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Travel Yoga

Yoga Retreat Italien | Kushi Ling in Arco am Gardasee

2. Juli 2017

Eigentlich habe ich momentan keine Sekunde Zeit. Besonders nicht für ein Yoga Retreat in Italien. Von einer Auszeit, Jivamukti Yoga und Meditation für ein verlängertes Wochenende in Arco am Gardasee.

Von München zum Gardasee

Arbeiten, Abschlussarbeit, eine to-do Liste die sekündlich länger wird, obwohl ich von früh bis spät am rotieren bin. Was hab ich mir dabei gedacht, vor zwei Monaten spontan bei yogatravel.de dieses Yoga Wochenende zu buchen?!

Nach der Arbeit schmeiße ich nur wild mein Zeug in den Koffer, zerre meine Yoga Matte unter dem Bett hervor und verfrachte den Rest meines Kühlschrank Inhalts, als Lunch in meine Handtasche. Telefon klingelt. Meine Mitfahrerinnen fragen, wo ich bleibe?! Was?! Wieso, es ist doch erst 11:00? Oh Nein! Abfahrt um 11, nicht um 11:30?! Ich renne aus dem Haus. Meine drei Mitfahrerinnen begrüßen mich wenig begeistert, verständlich, schließlich haben sie jetzt fast 20 Minuten auf mich gewartet. Es tut mir unendlich leid, ich entschuldige mich. Sie sind zum Glück nicht nachtragend. Nach einem kurzen Kaffee-Stop erreichen wir um 16:30 unser Ziel.

Buddhistisches Zentrum Kushi Ling

Das Buddhistische Zentrum Kushi Ling am Gardasee, liegt versteck oberhalb von Arco in den Bergen. Die zuerst noch schmale Bergstraße schlängelt sich durch Olivenhaine den Berg hinauf wird dann zu einem holprigen Schotterweg. Nach unzähligen Kurven, erreichen wir irgendwann die im Wald versteckte Einfahrt zum buddhistischen Zentrum. Das Haus liegt an einem Felshang auf einer ruhigen Lichtung inmitten von grünen Wiesen und Obstplantagen. Hier kann man sich voll und ganz auf Ruhe und Abschalten konzentrieren.

In den Zimmer sind immer 1-3 Personen untergebracht. Ich bin mit zwei anderen Yogini im Haupthaus. Hier ist auch die Küche und das Speisezimmer. Yoga Raum und weitere Schlafzimmer liegen separat in einem Nebengebäude.

Das Yoga Wochenende beginnt

Gerade angekommen und schon geht’s los mit der ersten Yoga Session. Ich bin verspannt, mein Nacken schmerzt, die Gedanken in meinem Kopf rasen. Nach eineinhalb Stunden Yoga kommt mein Geist im Hier und Jetzt an und das Yoga Retreat kann beginnen.

Yoga Food

Das Essen am Abend ist liebevoll angerichtet. Alles gesund, lecker und vegetarisch, es gibt auch immer eine vegane Alternative.

Fenchelsuppe mit Hirse, knackig-frischer Blattsalat mit Honig-Senf Dressing, Kartoffeln und Seitan aus dem Backofen und dazu gebratene Zucchini. Alles ist frisch und schmeckt sehr lecker. Egal ob Fleischesser, Vegetarier oder Veganer, das Essen war wirklich jedes Mal sehr gut und es gab  absolut nichts  zu vermissen!

Meditation und Yoga

Die lautstarke Natur weckt uns schon früh morgens mit Vogelzwitschern. Macht aber nix, denn um 7:00 Uhr ist Morgenmeditation. Noch verschlafen, eingewickelt in meinen Schal tapse ich zum Yoga Raum. Zum Glück nur hinsetzten und still sein. In der Früh klappt das immer ganz gut. Um 8:00 Uhr gibt’s Frühstück. Ein frisches Getreidemüsli, mit geriebenen Äpfeln, Nüssen und Rosinen, italienisches Brot und hausgemachte Marmelade. Lieber nicht zu viel essen, denn um 10:00 Uhr ist wieder yogieren angesagt. Kaffee muss sein, für das innerlich ruhig werden, nicht gerade förderlich. Ob mein Kaffee-Konsum mir die Karriere zur Vollblut-Yogini verbauen wird?

Meditation  – Yoga – Meditation. Ich übe und versuche ruhig zu werden. Es klappt nicht, je mehr ich versuche ruhig zu werden umso unruhiger werde ich. AAAAH!

Von Widerstand und Meditation

Nach der Stunde bin ich platt, Mittagessen steht schon bereit (es ist umwerfend gut, Pasta, frischer Salat, glasierte Möhren, gefüllte Tomaten). Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Spaziergang in der Umgebung, Ausflug nach Arco oder einfach die Sonne auf der Terrasse genießen. Die Stunden verfliegen. Um 17:00 ist wieder Yoga. Erstmal Meditation. Ich sitze auf meinem Kissen. Der Kopf ist nach dem vielen meditieren die letzten 24 Stunden nicht mehr still. Ein Gedanke jagt den nächsten. Einatmen, ausatmen. Wie lange können 18 Minuten bitte sein?! Eigentlich fällt mir stillsitzen und meditieren nicht schwer, was ist da los?! Das Gedankenkreisen, das Kopfkino nimmt kein Ende, es wird immer mehr, ich will aufspringen und losrennen. Das Gefühl es nicht auszuhalten auf meinem Platz und in mir drin, immer stärker. Das Ohr juckt dort, das Bein zwickt hier. Nein Amten. …dies darf ich nicht vergessen, jenes sollte ich tun… lauter wichtige Dinge? Nein, das einzig wichtige jetzt: Atmen!

Nur atmen und still sitzen bleiben! Und es geht. Om. Trotzdem bin ich froh als es vorbei ist. Das war genug Meditation heute, ich bin platt, dabei war die körperliche Anstrengung wirklich nicht groß. Abendessen und Bett! Für nach dem Abendessen ist noch Mantren Singen geplant. Nochmal sitzen, wie soll ich das durchstehen?! Voller Widerstand gehe ich doch. Glückseligkeit, sobald ich sitze und mitsinge. Endlich. Der Zustand nach dem ich mich gesehnt habe. Zu schön.

Warum ein Yoga Retreat?

Die Hälfte der Zeit ist rum. Jetzt weiß ich wieder warum gerade, wenn die to-do-Liste es gar nicht erlaubt und tausend wichtige Dinge auf einen warten,  der perfekte Zeitpunkt ist, alles stehen und liegen zu lassen. Du rennst im Hamsterrad, dein Alltag versinkt im Chaos, du denkstdie Welt dreht sich ohne dich nicht weiter? Von wegen! Nimm dir  die Zeit, geh und mach Pause. Durchatmen, zur Ruhe kommen und den Alltagsstress kurz zurücklassen (auch wenn’s nur ein verlängertes Wochenende ist). Grüne Natur, warme Sonnenstrahlen, entspannendes Yoga, anstrengende Meditation und ich fühle mich wieder wie ein Mensch.

 

Glück durch Yoga

Energie, Lebensfreude und Zufriedenheit tanken sich nicht von selbst auf, nimm dir Zeit für dich. Die vier Tage vergehen wie im Flug! Ich habe noch nie so viel am Stück meditiert, es ist ein sehr intensives Wochenende und ich weiß nicht, ob ich gefahren wäre, wenn mir davor klar gewesen wäre, wie anstrengend ein Meditations- und Yoga Retreat sein kann. Im Nachhinein bin ich sehr dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben.  Die Anstrengung war das schöne Gefühl und die Zufriedenheit eindeutig wert.

Meditation und Jivamukti Yoga mit Antje

Die Jivamukti Yoga Lehrerin Antje Schäfer gibt dort zweimal im Jahr ein Yoga Retreat. Wann das nächste stattfindet könnt ihr hier erfahren. Das Preis-Leistungsverhältnis bei diesem Retreat ist wirklich gut. Für 4 Tage ca. 300 Euro.

Konakt:

Arco/Gardasee

info@kushi-ling.com

www.kushi-ling.com

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